Hochtouren bei der Düsseldorfer Hütte

Am 09.07. machten sich sechs Teilnehmer der Alpenvereins-Sektion Freudenstadt in aller Frühe und bei bestem Wetter auf den Weg nach Sulden am Ortler. Bereits gegen Mittag konnten dann schon die ersten 900 Höhenmeter im Aufstieg zur Düsseldorfer Hütte (2721 m) in Angriff genommen werden. Kurz nach unserer Ankunft an der Hütte durften wir bereits das erste Mal staunen, als ein recht großer Greifvogel auf Augenhöhe nahezu schwerelos und sehr majestätisch an uns vorübersegelte. Es handelte sich hierbei um einen Bartgeier, welche vor wenigen Jahren in der Region ausgewildert wurden, wie uns die Hüttenwirtin später versicherte.

Da das Corona-Virus auch vor den Alpenvereins-Schutzhütten nicht Halt macht, gelten natürlich auch hier die allgemein bekannten Abstands- und Hygieneregelungen. Allerdings haben diese die Atmosphäre eines urigen Hüttenaufenthalts nicht wirklich beeinträchtigt, zumal wir hier ein nettes Team kennenlernen und ein vorzügliches Essen genießen durften.

Der erste Tourentag am Freitag führte uns auf die Tschengelser Hochwand (3370 m). Für den Aufstieg wählten wir den Klettersteig, der von der Bergrettung Sulden angelegt wurde und fast durchgehend versichert zum Gipfel führt. Er ist mittelschwer (B/C), mit einigen ausgesetzten Stellen. Vor dem Abstieg über den Normalweg konnten wir am Gipfel einen fantastischen Ausblick auf das umliegende Panorama und das unter uns liegende Vinschgau genießen. Als zweiten Höhepunkt dieses ersten Tourentages genossen danach noch einige Teilnehmer ein kühles Bad in einem kleinen Bergsee in unmittelbarer Hüttennähe.

Der für den späten Vormittag angekündigte Durchzug einer Kaltfront konnte uns am darauffolgenden Samstag nicht von unserem Plan abhalten, die Besteigung des Hohen Angelus (3521 m) zu versuchen. Über den Reinstadlerweg gelangten wir im Aufstieg zunächst über einen kurzen Klettersteig und dann weiter in freier Kletterei entlang des Westgrates auf den Gipfel. Kurz vor dem Gipfel verdichteten sich allerdings die Wolken und es begann leicht zu schneien. Das verhinderte zwar den freien Ausblick auf die umliegenden Berge, sorgte dafür aber auch für ein sehr „alpines Ambiente“.

Beim Hüttenabstieg am letzten Tag nahmen wir einen Umweg über das Hintere Schöneck (3128 m). Auf diesem Gipfel standen wir, wieder bei schönstem Wetter, der gewaltigen Ortler-Nordostwand gegenüber, welche auch in den Tagen davor schon der dominierende Blickfang war. Mit diesem grandiosen Panoramablick endete für uns dann auch schon fast ein sehr erlebnisreiches und schönes Tourenwochenende.