“Kaiserwetter” im Wilden Kaiser…

…nachdem ich vor fünf Jahren von zwei guten Freunden einen Kletterführer über den wilden Kaiser zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, stand ein Ausflug dorthin schon immer mal wieder auf dem Plan. Allerdings hat jedes mal die Wettervorhersage für die Ostalpen einen Strich durch die Rechnung gemacht und uns dann Ausweichziele in den Westalpen suchen lassen.

Da aber der Wunsch, in den Wilden Kaiser klettern zu gehen, nie wirklich nachgelassen hat, vereinbarten Rainer und ich, das wir uns in diesem Jahr dafür mindestens eine Woche Zeit nehmen müssten. Dann bestünde auch die Chance, das wir wenigstens ein bis zwei Tage bei brauchbarem Wetter klettern können…gesagt, getan – so buchten wir etwa anderthalb Monate vor der Tour zwei Lager im Stripsenjochhaus.

Zwei Wochen vor der Tour machten uns noch die Meldungen über den vielen Schnee in den Ostalpen Sorgen. Doch dann bei der Abfahrt am Samstag (22.06.) konnten wir unser Glück kaum fassen, es war wie ein “Sechser im Lotto” – eine Woche stabile Hochdruckwetterlage – die längsten Tage des Jahres – eines der schönsten Klettergebiete – und wir sind dabei!

Der Sonntagmorgen sollte uns laut Vorhersage noch etwas Regen bringen, was er dann auch zuverlässig tat. Aber auch diese Zeit haben wir in Vorfreude mit einigen “Erkundungsgängen” überbrückt und konnten am Nachmittag im Klettergarten Gamswandel schon das erste Mal “Hand an den Kaiserfels legen”. Wenn auch noch etwas nass, fühlte sich das schon sehr gut an.

Am Abend war dann schnell der Plan für die ganze Woche geschmiedet. Wir hatte beide unabhängig voneinander unsere Wunschlisten erstellt, die aber letztlich so ziemlich gleich waren.

Montag – “Stripsenzahn” (8SL) / Dienstag – “via Classica” (15SL) / Mittwoch – Kirchlexpress (19SL) / Donnerstag -Sockeldurchstieg “Fiechtl” (12SL) / Freitag – Heimfahrt mit breitem Grinsen im Gesicht 🙂

Unser Plan ging auch fast auf. Nur aus dem “Kirchlexpress” ist leider nichts geworden, da zum einen im “Schneeloch” auf halber Strecke noch wahnsinnig viel Schnee war (…war von der “via Classica” perfekt einzusehen…), und zum anderen die Routenlänge uns dann doch mehr Respekt einflößte. Zumal wir nach der “via Classica” im Abstieg über den Nordgrat bemerkt haben, das auch die “Kaiserabstiege” eine eigene Liga sind, was die Wegfindung und den Zeitbedarf betrifft. So verbrachten wir den Mittwoch dann im Klettergarten “Baderwandel”, um dort noch ein paar schwerere Seillängen zu klettern.

Unser Fazit: Traumhafter Fels in einer absolut atemberaubenden Kulisse. Es hat einfach alles gepasst!