Ungewöhnliche Landschaften- ungewöhnliche Zieländerung

Geplant war für unsere Juniorenausfahrt nach Ostern eigentlich ein ganz anderes Ziel. Nüchtern mit ein paar Zahlen formuliert:

400 km nördlich von zu Hause und nur ca. 23m ü. d. M. klettern in einer ungewöhnlichen Landschaft… nur hatte kaum jemand Lust und Zeit mitzugehen. Das tatsächliche Ziel war dann 200 km südlich von zu Hause und ca. 2300m ü. d. M.

Wie geht das?
Hier die „Zutaten“ für eine ungewöhnliche Zieländerung:
2 spontane Bergsteiger der Juniorengruppe die nicht zu Hause bleiben wollen (eine Lena, ein Michael), 4:00 Uhr morgens los (gähn), viel Durchhaltevermögen (ächz), und ein Ski vor den Anderen setzen (nennt man Skitour).
Vom Berghaus Malbun (1367m) ging es am 14. April 2009 auf gefrorenem Harsch zunächst noch im schattenspendenden Wald bergauf. Im Steilhang vor dem Skidepot waren wir über jedes durchziehende Quellwölkchen froh, das die Sonneneinstrahlung dämpfte.
 
Lena, im Hintergrund Gipfel des Fulfirst

Fulfirst 2384m links, Chli Fuhlfirst rechts

 
 

Den Gipfelanstieg mit über 40° steilem Gelände, haben wir sicherheitshalber zu Fuß bewältigt. Die Mühen des Aufstiegs wurden für Lena belohnt – sie war die Erste an diesem Tag auf dem Fulfirst (2384m). Das hat den Vorteil, dass man den besten Sitzplatz auf dem sehr schmalen Gipfel bekommt. Da ließ sich die schöne Rundumsicht und die gewaltigen Tiefblicke, fast 2000 HM ins Rheintal auf der einen und zum Walensee auf der anderen Seite, bei jetzt wieder angenehmen Sonnenschein genießen. In bestem Frühjahrsfirn sind wir dann die Nordostflanke hinuntergewedelt. Weiter unten war in dem immer weicher werdenden Schnee dann doch einiger Kraftaufwand für die Schwünge notwendig. Nachdem man manches kurze Steilstück durchfahren hatte, kroch ab und zu noch ein gemächlicher Nassschneerutsch in unseren Spuren hinterher.
 
 Lena räumt ab
 
 
Die letzten 300m vor dem Parkplatz hatte der Frühling die Oberhand; zwischen den frischen Blüten haben wir die Skier zum Auto getragen.
 
Alles in Allem: eine super Skitour!
Lena Springmann und Michael Link