Upseildown auf Winterausfahrt im Meiental

Hydrophobia im Brunnital

Am Mittwoch den 7. Februar bezogen wir unser Quartier im urgemütlichen Gabrielenhaus im verträumten Weiler Färnigen, auf 1455 m an der Straße zum Sustenpass, die im Winter für den Verkehr gesperrt ist. In Wassen im Tal auf 930 m ohne Schnee veränderte sich die Situation gravierend nach Färnigen, wo etwa 1,50 m Schnee lagen. Riesige Nassschneeawinen waren dort an den Hängen abgegangen und hatten die Straße gute 5 m verschüttet – gut dass sich jetzt die Lawinenlage auf Stufe 1 und 2 stabilisiert hatte.

Wohnzimmer im Gabrielenhaus

Für unsere Leidenschaft das Eisfallklettern an gefrorenen Wasserfällen wurden unsere Erwartungen jedoch zunächst nicht erfüllt, sowohl in Schöllenen, als auch im Meiental fanden wir nur dünnes Eis. Der Föhn hatte hier ganze Arbeit geleistet, trotz der winterlichen Temperaturen. Wir sahen uns im nahegelegenen Brunnital um, einem Top-Gebiet mit bekannten Klassikern und klingenden Namen, Hydrophobia, Flohzirkus, Bluebalu, Gefrorene Träne, Verschneidung, Cold Carpet und den Lisslerenfälle – doch allesamt waren in einem nicht kletterbaren Zustand.

Etwas enttäuscht machten wir uns am Abend an die Tourenplanung. Eine Skitour zur spektakulären Route „Flät durchs Loch“ verwarfen wir kurzfristig aufgrund der zweifelhaften Wettervorhersage und entschieden uns für eine Fahrt ins Averstal, da dort gute Verhältnisse zu erwarten waren. In Ausserferrera war die Route Diedrolux bereits belegt, ebenso der Brückenfall, doch im Hauptsektor in Campsut waren wir die Ersten. Im herrlichen Kompakteis konnten wir uns die schönsten Routen aussuchen, die wir im rechten Pfeiler WI 4+ und links in der Kerze WI 4+ genießen konnten.

Erste Seillänge in der Kerze in Campsut

Glücklich und müde freuten wir uns auf unser Schweizer Chalêt in Färnigen. Für Freitag planten wir nun mit einer kurzen Anfahrt eine Skitour im Lidernengebiet auf den Rossstock WS-, mit einer schönen Gipfelaussicht und einer nicht allzuschweren Abfahrt genau das Richtige für einige nicht allzu geübte Skifahrer. Den letzten Teil des Gipfelanstiegs legten wir im bis zu 40 ° steilen Gelände zu Fuß zurück und schrieben uns ins Gipfelbuch auf 2461 m ein, mit strahlend sonniger Aussicht die winterliche Bergwelt, gleich nebenan der mächtige Chaiserstock.

Am Gipfelaufschwung des Rossstocks

In Färnigen trafen wir genau zur gleichen Zeit ein wie Bianca und Fenja, Franks Familie, die wir gleich herzlich begrüßten. Gleich wurde der Tischkicker ausprobiert und ein leckeres Abendessen zubereitet. Wir hatten oberhalb des Weilers einen markanten Eisfall im Amphiteater entdeckt, dieser wurde für Samstag unser Ziel. Mühsam war der Aufstieg, zwei Stunden über hartgefrorene Lawinenfelder der abgegangenen Nasschneelawinen, doch der Aufwand lohnte sich. Wir fanden eine schöne Kletterei im geneigten Gelände von etwa 100 m Länge, unten Softeis, oben steiles Kompakteis, WI 4-. Viel zu schnell ging sie vorbei, die Zeit im Meiental!

 Dennis im Großen Fall im Amphitheater im Meiental

Mit dabei waren: Dennis, Frank, Fenja, Bianca, Moritz und Olli