© DAV Freudenstadt

Gletscherkurs der Jugend II

vom 07. -09. Juni

09.06.2012

Vergangene Woche fuhren wir gemeinsam nach Tirol. Genauer gesagt ins Kaunertal auf die Gepatschhütte. 

Nachdem wir am Donnerstag Mittag angekommen waren, sind wir dann auch gleich nach dem Bezug unseres Lagers die Gletscherstraße bis ganz nach oben zum Weißseeferner gefahren, wo sich auch das Kaunertaler Skigebiet befindent, um auf dem Ferner an einer Firnflanke Richtung Nörderjöchl Rutschversuche durchzuführen. Hierbei hatten alle sichtlich viel Spaß, da wir in allen erdenklichen Lagen einen Sturz simulierten um dann wieder in eine kontrollierte Position (Vierfüßlerstand) zu kommen um die Talfahrt abzufangen. Aktion war natürlich geboten bei einem Sturz Kopf voraus auf dem Rücken.

Wir übten wie man sich auf dem Gletscher als Seilschaft einbindet, vor allem wie man schnell gleiche Abstände ermittelt mittels der Ziehharmonikamethode.

Außerdem bauten wir hier einen T-Anker, welcher ja auf verschneitem Gletscher zur Spaltenbergung unerlässlich ist. Da uns dann aber die Zeit zum Abendessen auf die Hütte drängte, brachen wir ab und bauten nach dem Essen die Lose Rolle noch kurz in der Hütte mit dem Vorhaben, es morgen auf dem Gletscher im Gelände nachzuholen.

Am Freitag ging es dann auf den aperen Gepatschferner, wo wir nach ca. 1 ½ stündigem Anmarsch auch geeignete Stellen für unsere Übungen mit Steigeisen und Pickel fanden.

Nach anfänglich spielerischem Gewöhnen an die Steigeisen begaben wir uns in Gelände verschiedener Steilheit, wo wir erst ohne Pickel die verschiedenen Formen der Vertikalzackentechnik kennen lernten. Eckensteintechnik in allen Variationen: im Aufstieg, Absteig, diagonal mit Nachstellschritten oder mit Übersetzen. Nach einigen Übungen kam dann der Pickel zum Einsatz in Form von Spazierstockpickel, Schaftzugpickel vor- und rückhändig, Kopfstützpickel, Seitstützpickel und Geländerpickel. Wobei wir den Kopfstützpickel dann in Kombination mit dem Einsatz der Frontzacken nützten.

Wir gingen dann als Seilschaft weiter über den Gletscher um ein Terrain für weitere Übungen wie Aufsteig am Fixseil, Geländerseil und vor allem der Spaltenbergung mittels loser Rolle zu finden.

Doch gerade als wir an einem geeigneten Platz mit einer Abalakov Eissanduhr und einer Eisschraube das Seil fixieren wollten fing es an zu regnen, so dass wir abbrachen und uns zur Hütte aufmachten. Somit war´s heut wieder nichts mit der losen Rolle auf dem Gletscher.

Da es gegen später dann aber wieder besser wurde mit dem Wetter, gingen wir in den hüttennahen Klettergarten um am Fels zumindest noch die Selbstrettung anhand der Münchhausentechnik zu üben bevor uns wieder das Abendessen in die Hütte rief.

Den restlichen Abend nach dem Essen verbrachten wir dann mit dem Üben von ein paar Knoten und dem Spielen verschiedener Brettspiele.

Es regnete dann leider die ganze Nacht von Freitag auf Samstag, so dass wir erst einmal ausschliefen . Nach dem Frühstück packten wir dann unsere Sachen zusammen und beschlossen zumindest noch eine kleine Wanderung zu machen. Wir wählten den Weg Richtung Ölgrubenjoch, wohin wir durch Wolken; Nieselregen und Nebelfelder aufstiegen. Allerdings erreichten wir unser Ziel nicht ganz, da wir auf ca. 2800m umdrehten. Zu viel Schnee lag noch dort oben und zudem wollte die Sonne einfach nicht rauskommen. Im Gegengteil, der Nieselregen wurde stärker und es fing richtig an zu regnen, an unserem Umkehrpunkt graupelte es sogar. So erreichten wir klatschnass gegen 13.30 Uhr wieder die Hütte, wo wir uns noch ein wenig stärkten, bevor wir uns an die Heimfahrt machten. Gegen 20 Uhr sind wir dann in Freudenstadt angekommen.

Wir konnten zwar nicht alles wie geplant durchführen, dennoch glaube ich, dass alle ihre Freude hatten und doch das Eine oder Andere lernen und mitnehmen konnten, um in Zukunft sicher über einen Gletscher zu gehen.

Es waren dabei: Jessi, Laura, Manu, Urs, Sven und Oli