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Madrisa Rundfahrt und Skitouren in St. Antönien

Trotz schlechter Schneelage schöne Touren bei bestem Wetter

08.02.2026

Während der Skitouren in Gargellen vergangenes Jahr wurde die Idee geboren, einmal die große Madrisa-Rundfahrt zu unternehmen....

Diese alpine Skisafari verbindet die Skigebiete Klosters und Gargellen sowie St. Antönien über die schweizerisch-östreichische Landesgrenze hinweg. Mit Bus- und Bahn, Seilbahnunterstützung und Anstiegen über zwei Jöcher entsteht eine ganztägige Rundfahrt durchs Prättigau und den Rätikon.

Anfang Februar 2026 waren es dann 9 Skitourerinnen und Skitourer, die diese Runde fahren wollten.

Als Stützpunkt wählten wir St. Antönien, wegen der urigen Unterkunft im Haus Türli, aber auch der Möglichkeit, außer der Madrisa-Runde weitere Skitouren gehen zu können.

Ein Teil der Gruppe reiste bereits am Freitagvormittag an, besorgte die Bus-, Zug- und Bergbahnfahrkarten und nutzte den Nachmittag für LVS-Übungen. In St. Antönien gibt es ein LVS-Übungsfeld, auf dem mehrere LVS-Sender dauerhaft vergraben sind, die über ein Bedienpanel aktiviert werden können. So werden LVS-Übungsszenarien verschiedener Schwierigkeitsgrade erzeugt, die gelöst werden müssen. In mehreren lehrreichen Durchgängen konnten die Übenden ihre Kenntnisse auffrischen und verbessern.

Zum Abendessen traf sich dann die ganze Gruppe in der Unterkunft.

Am Samstagmorgen starteten wir um 8:20 Uhr mit einer kurzen Abfahrt zur Bushaltestelle und weiter mit Bus und Bahn zur Talstation der Madrisabahn in Klosters. Die Gondelbahn und ein Sessellift brachten uns hinauf auf's Schaffürggli, wo die lange Querung über Südhänge zum Schlappiner Joch beginnt.

Dort zeigte sich dann die aktuelle Schneearmut erschreckend deutlich. Die um die Jahreszeit normalerweise schneebedeckten Hänge waren ein, von Felsbrocken durchsetztes, braun-weißes Labyrinth, durch das sich die Spur zum Joch hindurchschlängelte.

Was sich auch eindrucksvoll bestätigte, war die hohe Lawinenwarnstufe auf Grund des herrschenden Altschneeproblems. Bereits wenige Meter außerhalb der präparierten Piste kam es zu Wummgeräuschen und Setzungen in der Schneedecke, die jedoch zum Glück keine Lawinen auslösten.

Immerhin war das Wetter optimal mit ungetrübtem Sonnenschein, sodass die Querung und der kurze Aufstieg zum Joch einige Schweißtropfen kostetet.

Am Schlappiner Joch  (2201 m) wurde die Landesgrenze zu Österreich überschritten. Hier begann die Abfahrt nach Gargellen. Ideale Skihänge mit 30 – 35 Grad Neigung führten hinab zur Valzifenzalp. Leider waren diese nach der langen Zeit ohne Neuschnee vollkommen zerspurt, andererseits war dadurch die Lawinengefahr stark reduziert. Insgesamt wurde es eine schöne Abfahrt hinunter ins Wintertal. Durch dieses fuhren wir in einer langen Schussfahrt zur Talstation der Bergbahn in Gargellen. Unterwegs legten wir an einem sonnigen Bänkchen eine gemütliche Mittagspause ein.

Die Schafbergbahn und ein Sessellift brachten uns hinauf ins Skigebiet und eine kurze Abfahrt auf der Piste zum Beginn des Aufstiegs zum St. Antönier Joch. Der erste Teil des Anstiegs lag im Schatten und dadurch war es unangenehm kalt. So waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer froh, das Joch (2377m) erreicht zu haben, denn da wechselten wir nicht nur wieder über die Landesgrenze in die Schweiz, sondern auch vom Schatten in die Sonne.

Vom Joch aus hätte man einfach nur noch nach St. Antönien abfahren können, aber die Kameradinnen und Kameraden waren noch motiviert, zum Riedchopf (2551 m ) weiter zu steigen.

So fellten wir nach einer kurzen Abfahrt erneut an und stiegen nach Norden in Richtung Riedchopf auf. Aus Zeitgründen verzichteten wir auf den langen Fußanstieg zum Gipfelkreuz und erstiegen lediglich den Skigipfel (2539m). Der ist so schmal, dass er nur jeweils 3-4 Personen gleichzeitig Platz bietet und so mussten wir uns am höchsten Punkt abwechseln.

Die oberen Hänge boten eine schöne Abfahrt, da wir sogar noch unverspurten Schnee fanden.

Schwieriger wurde es nach der Einfahrt in den steileren Teil des Alpeltitälli, da dort der Schnee zum Teil von ganz schlechter Qualität war. Es galt dort, die Abfahrtsroute sorgfältig zu wählen, um gut durchzukommen. Im unteren Teil glich die Fahrt dann wegen der geringen Schneelage eher einem Slalom um die Felsbrocken herum. Aber schließlich erreichten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen wohlbehalten den Talboden und die lange Querfahrt über Lützirüti hinunter nach St. Antönien. Die letzten Meter zum Türli legten wir dann mit geschulterten Ski auf der Straße zurück, wo wir gegen 17:20 Uhr, also 9 Stunden nach dem Start wieder ankamen.

 

Nach diesem anstrengenden Tag war das Nachtessen mit Ankes Käsefondue die richtige Stärkung.

Der folgende Sonntag bot wieder bestes Wetter und stahlenden Sonnenschein.

Wir beschlossen, direkt von Haus durchs Ascharinatal zu den Nollenköpfen anzusteigen. Doch bereits nach kurzer Zeit, bei der Durchquerung eines kleinen Waldstücks machte sich der Schneemangel wieder unangenehm bemerkbar. Der Waldweg, über den Aufstieg und Abfahrt führen , war so ausgeapert, dass klar war, dass bei der Abfahrt Steinkontakte und damit Schäden an den Ski unvermeidbar sein würden. Deshalb beschlossen wir, das Ziel zu ändern und stattdessen den Eggberg zu besteigen und zu überschreiten, um auf den schneereicheren Nordhängen abfahren zu können. Entlang des Alpwegs und über den freien Schlusshang stiegen wir gemütlich zum Eggberggipfel (2201 m) hinauf und genossen eine ausgiebige Gipfelrats vor der eindrucksvollen Kulisse der Rätikonfluhen im Osten und der Graubündner Bergwelt im Westen.

Die Abfahrt war, wie zu erwarten vollständig verspurt, aber wegen des pulvrigen Schnees dennoch gut zu fahren. Erst im unteren Teil mussten wir wieder vorsichtig Felsen und Büsche umkurven.

Auf der sonnigen Terrasse des Türli ließen wir die Tour ausklingen, bevor wir glücklich und zufrieden die Rückreise antraten.