Der Sonntag brachte sonniges Wetter, jedoch nur eine minimal bessere Lawinenprognose. Es blieb uns keine andere Wahl, als zu einer Skitour mit erhöhtem Risiko aufzubrechen. Allerdings hatten wir mit der Tour zum Brisen (2404m) eine Route ausgewählt, die uns erlaubte, die Gefahr an kritischen Stellen zu beurteilen und gegebenenfalls auf den am stärksten gefährdeten Hang unter dem Gipfel zu verzichten und auf einen kleinen Nebelgipfel auszuweichen.
Angesichts des schönen Wetters waren viele Skitourengeher unterwegs und so lag bereits eine Spur durch den Geissboden hinauf Richtung Brisen. Die Lawinengefahr im ersten Abschnitt war geringer als erwartet und wir erreichten den kritischen Hang hinauf zum Gipfel. Obwohl schon Skitourengeher dort aufgestiegen und abgefahren waren, beschlossen wir, den Hang zu meiden und stiegen zu unserem Ausweichziel, einer Kuppe im Steinalper Grat auf. Dort machten wir eine lange Gipfelrast und genossen die Aussicht auf die Berge der Ostschweiz und das Nebelmeer über dem Vierwaldstätter See.
Der erste Teil der Abfahrt wurde wie am Vortag durch den Windharschdeckel etwas getrübt, weiter unten jedoch konnten wir auf Südhänge ausweichen, die wegen der Sonneneinstrahlung aufgesulzt und daher genussvoll zu fahren waren.
Von Gitschenen fuhren wir mit der Seilbahnhinab zum Auto und zurück nach Freudenstadt und Stuttgart.
Es waren für Januar ungewöhnliche Tourentage angesichts der geringen Schneelage. Dennoch waren alle Teilnehmer von der Unternehmung begeistert und froh, dass - trotz Schneemangel und Lawinengefahr - schöne Touren gelungen sind.