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Hochtourengruppe auf der Weißkugel (3739)

30.06.2013

Vom 28. – 30. Juni war die Hochtourengruppe zum 1. Mal als solche alpin Unterwegs. Zu elft machten wir uns auf den Weg, um über den Reschenpass nach Melag zu gelangen.

Diesen kleinen Ort im Talschluss erreichten wir, nachdem wir am Reschensee links ins Taufertal abgebogen waren. Vom Parkplatz (1915) starteten wir dann den Aufstieg zur Weißkugelhütte (2542). Es ist zwar eine sehr kleine, urige Hütte, wo man sogar in Schichten essen muß, aber dennoch bietet sie ungewöhnlichen Service wie die im Preis inbegriffenen Duschmarken.

Von der sehr netten Hüttenwirtin wurden wir dann auch standesgemäß gleich mit einer Runde Schnaps begrüßt, bevor wir unser Lager zugewiesen bekamen. Dies war nun eine nächste Überraschung. Und zwar wurden wir wegen Überfüllung in der Kapelle einquartiert. Wir nahmen´s mit Humor und es stellte sich am Ende doch als ganz gemütlich heraus. Zudem glaubten wir, Gottes Seegen für unser Vorhaben somit gesichert zu haben.

Allerdings ließ dieser Seegen, zumindest was das Wetter betrifft, erst noch ein wenig auf sich warten. Denn am Samstag mußten wir unseren ersten Gipfelversuch über den Normalweg wegen starkem Wind und Schneefall im Weißkugeljoch (3368) abbrechen. Bei diesen Bedingungen hätte es einfach keinen Sinn gemacht, die letzten knapp 400 Hm über den Ostgrat hinauf zum Gipfel zu gehen. Zumal bei diesen Verhältnissen die Gefahren auch nicht zu unterschätzen gewesen wären.

Schnell war klar, dass am Sonntag ein Teil der Gruppe bei vielleicht besserem Wetter einen nächsten Versuch starten würden. Allerdings dann aber über den kompletten Nordgrat.

Die Vorhersagen für Sonntag waren dann auch außerordentlich gut. Jedoch hatten wir am Morgen nach dem Aufstehen schon fast unseren Glauben verloren, da es immer noch leicht schneite. Also beschlossen wir, den Gletscher hinauf zu gehen bis an den Punkt wo er zu queren ist, um auf die unteren Felsausläufer des Grates zu gelangen, um dann evtl. das Vorhaben abzubrechen, sofern sich das Wetter nicht bessern würde.

Fast unbemerkt überkam uns dann der Seegen des Wettergottes und wir hatten strahelnd blauen Himmel. Über eine Umkehr wurde nicht einmal mehr nachgedacht und wir marschierten direkt zum Grat.