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Kletterausfahrt ins Frankenjura

Umweltfreundliche Anreise mit Bahn, Bus und Rad

07.09.2025

Die Grundlage der Ausfahrt in den Frankenjura war der Ecopoint Kletterführer der speziell für die Anreise mit Bahn, Bus und Rad konzipiert wurde. 

Ein paar junge Leute haben sich hier Gedanken über eine möglichst umweltfreundliche Anreise zum Klettergebiet, in diesem Fall eben dem Frankenjura, gemacht. Allerdings ersetzt dieser nicht den regulären Führer mit Routenskizzen und Zustieg zu den einzelnen Felsen. Leider gab es mal wieder nur zwei Aspiranten die sich dem Abenteuer Deutsche Bahn stellten. Schon sehr früh (5 Uhr 30) ging es mit dem Fahrrad zum  Dornstetter Bahnhof und von da aus nach Stuttgart, Nürnberg und Hersbruck.

In Nürnberg Bahnchaos pur. Wir wussten nicht ob wir in den richtigen Zug eingestiegen sind, aber eine Umfrage mehrerer Fahrgäste ergab, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit im richtigen Zug saßen. In Hersbruck ging es gemütlich mit dem Rad nach Fischbrunn zum Café Schartl zu unserer Ferienwohnung.

Nach einer kurzen Kaffeepause haben wir uns für die Mittelbergwand entschieden, die nur 10 Fahrradminuten entfernt im Wald lag. Auf Grund der vorherigen Regentage war der untere Teil der Wand noch relativ feucht. Es folgten diverse Routen im 5.und 6. Schwierigkeitsgrad im besten fränkischen Lochkalk. Gleich zu Beginn beim Wandcheck fiel mir eine Route ins Auge, die im Kletterführer mit Direkter Kletterboumweg  7- bezeichnet wird. Schöne Linie, aber heute noch nicht!?

Am 2. Tag stand der Starenbergfels auf dem Programm. Nach 5 Kilometer und 150 Höhenmeter durch die 
herrliche Landschaft der Hersbrucker Alb erreichten wir den Abstellplatz für die Räder. Kurzer Anstieg durch durch den Wald und wir standen unter der steilen Wand des Starenbergfels. Die Routen waren steil und fordernd und nicht jedes Loch, das aussah wie ein Loch war gut griffig. Nach einiger Zeit haben wir uns gefragt: Was stimmt an diesem Ort nicht? Richtig es war diese unheimliche Stille im Wald. Keine Geräusche aus der zivilisierten Welt. Ein seltenes Erlebnis.

Nachmittags gings zur Schwarzbrennerei. Nein es war keine Destillerie für Hochprozentiges und auch kein Gasthaus. Die Routennamen hatten fast alle etwas mit Alkohol zu tun und waren kurz und knackig.

Der dritte Klettertag brach an und der Direkte Kletterboumweg spukte immer noch in meinem Kopf herum. Also wieder an die Mittelbergwand und wieder waren wir alleine, was mich ungemein beruhigte. Als Kletterer scheitert man lieber einsam. Der untere Teil löste sich relativ gut auf. Der leicht überhängende Riss dagegen eher weniger. Eine komplette freie Begehung der Route blieb mir leider versagt. Danach kurze Querung durch den Wald zur Castellwand, wo Lars noch eine Route kletterte, deren Name und Schwierigkeit wir nicht genau definieren konnten. Das Routenraster war einfach zu eng gestrickt und das Level für uns deutlich zu hoch. Aber im Frankenjura ist das nicht weiter tragisch. Man schwingt sich aufs Rad oder läuft zu Fuß zum nächsten Felsen, in unserem Fall direkt ins Schlaraffenland mit drei leckeren Routen zum Abschluss.

Nach einer kurzen Kaffeepause gings wieder mit dem Rad nach Hersbruck über Nürnberg nach Stuttgart. Dort gab es einen Zwangsaufenthalt von ca. einer Stunde, da die Umstiegszeit von 15 min einfach zu kurz war, um den Anschlusszug zu erreichen. Aber die drei Klettertage waren einfach zu schön, als sich über die Unpässlichkeit der DB aufzuregen.