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Skitouren in Namlos

Karlespitze, Namloser Wetterspitze und Steinkarspitze

01.02.2026

Touren bei (trotz Neuschnee) zweifelhafter Schneelage, wunderschönem Wetter und super Gemeinschaft in den Lechtaler Alpen.

Eines Freitags Ende Januar im Jahre 2026 brach eine Gruppe motivierter Skitourengeher ins Lechtal auf zur ersten Skitour des Winters. Die Zeitplanung war jedoch individuell unterschiedlich, ich (Tourenführer Jonathan) war schon vor Ort. Friedrich, Helmut und Lena fuhren früh los, wir trafen uns an der Pension Zita in Namlos um uns für die erste Tour fertig zu machen.

Der erste Gipfel war schon ausgesucht, die Karlespitze sollte es werden. Kurz und direkt von der Unterkunft erreichbar hörte sich gut an. Dass im Tourenführer-Büchlein ein "nur bei guter Schneelage zu empfehlen" überlesen wurde war zu dem Zeitpunkt noch unbekannt.

Wir starteten motiviert durch den Wald nach oben. Spätestens als der Waldweg in einen (nicht enden wollenden, sehr dichten und steilen) Lärchenwald mündete war klar: das wird heute (trotz nicht so hohem Berg) anstrengend. Aber wir wollten uns nicht so leicht geschlagen geben und kämpften uns durch Gestrüpp und Bachläufe nach oben.Als das Gelände aufmachte wurde die Tour noch richtig angenehm und der Gipfel wurde erreicht. Nur in der Abfahrt war der Lärchenwald irgendwie noch schlimmer als hoch. Eine auf den ersten Blick bessere Spur ("da ist die andere Gruppe auch runter, das muss gut sein") endete an einem Abbruch. Wenigstens standen wir mit der anderen Gruppe zusammen im Gestrüpp. Also wieder anschnallen, hochlaufen, queren, runterkämpfen und schlussendlich standen wir kurz nach Sonnenuntergang wieder im Tal.

An der Pension waren Matthias und Johannes mittlerweile auch angekommen und gemeinsam haben wir im urigen Gasthof Kreuz ein sehr leckeres Abendessen genossen.

Am nächsten Tag stand die Wetterspitze auf dem Plan, der höchste Berg in näherer Umgebung und eine beliebte Skitour. Start war am Parkplatz ein paar km talabwärts. Zuerst gings gemütlich einen breiten Weg durch den Wald bis zum wunderschön gelegenen Almdorf Fallerschein. Dahinter läuft die Spur abwechslungsreich durch ein Wäldchen und wird dann langsam immer steiler. Das Wetter war an dem Tag super, der Schnee zwar nicht übermäßig aber sah doch ausreichend aus und die Stimmung in der Gruppe bestens.
Spätestens als wir vor dem steilen Gipfelhang standen war aber klar: heut wirds eine lange Tour - und der Gipfelhang war teilweise schneefrei. Wie die Steigung zu- nahm die Stimmung der Gruppe zunehmend ab und so brauchte es für alle Teilnehmer einiges an Überwindung, Durchhaltevermögen und den einen oder anderen Riegel bis der Gipfelhang bezwungen war. Vom Skidepot gings noch kurz zu Fuß weiter und dann standen doch alle der Gruppe auf dem Gipfel. Die Aussicht war bei bestem Wetter und wenig was die Sicht versperrte einfach genial.

Der Führer mahnte aber schon bald wieder zum Aufbruch, es war schon relativ spät und die Abfahrt versprach mangels Schnee stellenweise spannend zu werden. So kams dann auch, einen Großteil des Gipfelhangs tasteten wir uns eher runter und konnten die Steinschläge zumindest auf nicht kapitale Ausmaße begrenzen. Später konnte man in eine steile Rinne queren, dort war zwar mehr Schnee aber doch steil und skifahrerisch anspruchsvoll. Nach ein paar schönen Hängen weiter unten musste man aber bald der Spur entlang das Tal rausfahren. Ging zwar, zieht sich aber genauso wie hoch.

Trotz allem schafften wirs gut und heil bis zum Auto. Insgesamt eine lange und anstrengende aber doch irgendwie wunderschöne Tour! Das Abendessen war auf jeden Fall redlich verdient, dort konnten wir den Tag auch gruppendynamisch aufarbeiten.

Am Sonntag stand noch eine Tour auf dem Plan, die hintere Steinkarspitze vom Weiler Kelmen aus. Helmut und Lena konnten an dem Tag nicht mehr mitgehen, der Rest der Gruppe machte sich aber auf den Weg. Das Wetter zeigte sich eher bewölkt, aber für eine kleine Skitour super.
Die Tour war dann auch die problemloseste des Wochenendes. Zuerst einen Weg entlang durch den Wald bevor oben das Gelände aufmacht. Bis auf ein paar Spitzkehren vorm Gipfel gabs auch wenig Schwierigkeiten und so wurde selbiger bald erreicht. Auch in der Abfahrt fanden wir erstaunlich viele Schwünge und so konnte die Tour das Wochenende perfekt abrunden. Einziges Manko: viele Bilder entstanden an dem Tag nicht.

Dann wars auch schon wieder Zeit zum packen, heimfahren und reflektieren. Einerseits wurde klar wieso das Lechtal als Tourenziel nicht ganz so bekannt ist. Andererseits hat Namlos einmalig urige Unterkünfte, Gasthäuser und auch eine wunderschöne Landschaft zu bieten, allein deshalb hat sichs gelohnt. Und die Gruppe war mindestens genauso super, alles in allem wars ein wunderschönes Wochenende!