Auf unsern Weg durch die Weinberge freuen wir uns über jeden Baumschatten, über jeden Brunnen, in dem wir unsere Arme kühlen. In den bewaldeten Hügeln, den Ausläufern des Schwarzwaldes, gibt es hie und da einen Blick auf den Blauen. Er ist unschwer an seinem Sendemast zu erkennen.
Eine echte Überraschung bietet Sulzburg. In der ehemalige Bergwerksstadt steht eine der ältesten Kirchen Baden-Württembergs, St. Cyriak. Schlicht lädt sie in ihre kühlen Mauern ein und bietet Ruhe. Dann kommt der Anstieg. Immer wieder gibt es Ausblicke über die Rheinebene. Wir schwitzen uns die Forstwege hinauf und bejubeln jedes Brünnlein. Nach guten 20 km haben wir Badenweiler erreicht, den traditionsreiche Kurort mit altem Park und – seiner Burgruine.
Von hier bis auf den Blauengipfel sind es rund 700 Höhenmeter, die wir früh am nächsten Morgen, am verschatteten Berghang und mit reichlich Trinkpausen gut schaffen. So genießen wir auf dem Blauenturm die Rundumsicht zu den Vogesen, nach Norden zu Belchen und Feldberg und nach Süden gen Basel. Die Alpen sind im Mittagsdunst nicht zu sehen.
Vor uns liegt noch der Abstieg nach Kandern, aber wir müssen im Blauenhaus die Wasserflaschen füllen, denn oben auf dem Westweg gibt es keine Brunnen. Auch heute steht eine Burg an unserem Weg. Die Ruine der Sauseburg liegt einsam da. Ein kleiner Turm lädt uns zur Besteigung ein. Die letzten Kilometer bis Kandern schaffen wir. Die alte Keramikstadt bietet uns Wanderern freundlich Platz im Gasthof zur Schnecke und am Flüßchen Kandern, können wir unsere Füße kühlen.
Am letzten Tag gehen wir zügig los, um den kühlen Morgen zu nutzen. Immer wieder werden wir an Wegmakierungen darauf hingewiesen, dass es den Westweg schon über 125 Jahre gibt. Hier an seinem Südende hat man ihn zum Jubiläum neu verlegt, damit die märchenhafte Wolfsschlucht auch Teil der Strecke wird. Im schattigen Wald bestaunen wir die mächtigen Kalksteinformationen.
So wie bei Staufen kommen wir auch hier an Weinbergen vorbei, ziehen durchs Tal bis zu dem kleinen Dorf Wollbach um die letzten Höhen, den Rötelner Wald, anzusteigen. Jetzt lassen wir es bis zur Burg laufen, kühlen uns dort im Biergarten ab und sammeln unsere letzten Kräfte, um die Ruine zu erkunden. Zwei Türme, zahllose Treppen, Räume und Abseiten, wir sind ganz begeistert. Ein letzter Blick, ein kurzer Abstieg nach Lörrach und wir sind wieder auf der Heimfahrt nach Freudenstadt.
Christine, Elina und Melanie waren mit Ruth auf Tour, Bericht von Ruth Dörschel